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15 Regeln für das gesunde Älterwerden
1.
Seien Sie in
allen Lebensaltern körperlich, geistig und
sozial aktiv!
Suchen Sie nach
Aufgaben, die Sie ansprechen und herausfordern. Beachten Sie, dass Sie durch Ihr
Verhalten in Ihrem Leben entscheidend dazu beitragen, ob Sie ein hohes Alter bei
erhaltener Gesundheit, Aktivität und Selbständigkeit erreichen. Hier sind auch
die Erfahrungen, die Sie im Beruf und in der Familie gewonnen haben, nützlich.
Ebenso sind Ihre Freizeitaktivitäten eine bedeutende Grundlage für die Kompetenz
im hohen Alter.
2.
Leben Sie in
allen Lebensaltern gesundheitsbewusst!
Achten Sie also auf
ausreichende Bewegung und ausgewogene Ernährung, vermeiden Sie übermäßige Licht-
bzw. Sonnenexposition und Nikotin sowie andere Suchtmittel und gehen Sie
verantwortlich mit Alkohol und Medikamenten um. Achten Sie auch im Berufsleben
und bei Ihren familiären Aufgaben auf Ihre Gesundheit. Vermeiden Sie lang
anhaltende körperliche und seelische Überbelastung.
3.
Nutzen Sie
Vorsorgemaßnahmen!
So können drohende Krankheiten frühzeitig erkannt und eine Behandlung
rechtzeitig eingeleitet werden. Ergreifen Sie selbst die Initiative und sprechen
Sie mit Ihrem Arzt darüber, was Sie für die Erhaltung Ihrer Gesundheit tun und
auf welche Weise Sie zu einem gesunden Altwerden beitragen können. Wenn Sie
berufstätig sind, informieren Sie sich auch darüber, welche präventiven Angebote
in Ihrem Betrieb oder Ihrem Wohnumfeld angeboten werden, um körperliche
Fehlbelastungen zu reduzieren sowie Folgen von übermäßigem Stress
entgegenzuwirken. Nutzen Sie diese Angebote.
4.
Es ist nie
zu spät, den eigenen Lebensstil positiv zu verändern!
Man kann in jedem
Alter anfangen, ein gesundheitsbewusstes und körperlich, geistig sowie sozial
aktives Leben zu führen. Durch die positive Veränderung des Lebensstils können
Sie auf bereits vorhandene Risikofaktoren - wie z.B. Stoffwechselstörungen,
Bluthochdruck, Übergewicht und Vorstufen des Hautkrebses - einwirken und deren
schädliche Einflüsse auf das Alter bzw. auf Ihre Gesundheit verringern.
5.
Bereiten Sie
sich auf Ihr Alter vor!
Setzen Sie sich
rechtzeitig mit der Frage auseinander, wie Sie Ihr Leben im Alter gestalten
möchten. Bereiten Sie sich gedanklich auf Veränderungen in Ihrem Leben (z.B. auf
den Berufsaustritt oder den Auszug der Kinder) vor. Fragen Sie sich, mit welchen
Chancen und Anforderungen diese Veränderungen verbunden sind und wie Sie diese
nutzen bzw. wie Sie auf diese antworten können.
Denken Sie bei der Vorbereitung auf Ihr Alter auch an Ihre Wohnsituation. Durch
Veränderungen in Ihrer Wohnung können Sie dazu beitragen, Ihre Selbständigkeit
zu erhalten. Die Beseitigung von Hindernissen und der Einbau von Hilfsmitteln
sind für die Erhaltung Ihrer Selbständigkeit wichtig. Nutzen Sie die
Wohnberatung vor Ort, z.B. eine Wohnraumberatung, um Anregungen für sinnvolle
Veränderungen in Ihrer Wohnung zu erhalten. Bei dieser Beratung erhalten Sie
auch Auskunft über die finanzielle Unterstützung bei der Ausführung solcher
Veränderungen.
6.
Nutzen Sie
freie Zeit, um Neues zu lernen!
Setzen Sie die Art
der körperlichen, geistigen und sozialen Aktivität, die Sie in früheren
Lebensjahren entwickelt haben, auch im Alter fort. Fragen Sie sich, inwieweit
Sie im Alter daran anknüpfen möchten. Nutzen Sie die freie Zeit im Alter, um
Neues zu lernen. Sie können auch im Alter Gedächtnis und Denken trainieren.
Setzen Sie sich bewusst mit Entwicklungen in Ihrer Umwelt (z.B. im Bereich der
Technik, der Medien, des Verkehrs) auseinander und fragen Sie sich, wie Sie
diese Entwicklungen für sich selbst nutzen können.
7.
Bleiben Sie
aktiv und denken Sie positiv!
Bleiben Sie auch im
Alter offen für positive Ereignisse in Ihrem Leben. Bewahren Sie die Fähigkeit,
sich an schönen Dingen im Alltag zu erfreuen. Beachten Sie, dass Sie sich bei
aktiver Lebensführung und positiver Lebenseinstellung gesünder fühlen. Wenn Sie
eine persönlich ansprechende Aufgabe gefunden haben, wenn Sie sich an schönen
Dingen im Alltag freuen können und wenn Sie in belastenden Situationen nicht
resignieren, dann bleibt auch Ihr gesundheitliches Wohlbefinden eher erhalten.
8.
Begreifen
Sie das Alter als Chance!
Begreifen Sie das
Alter als eine Lebensphase, in der Sie sich weiterentwickeln können. Sie können
Ihre Fertigkeiten und Interessen erweitern, Sie können zu neuen Einsichten und
zu einem reiferen Umgang mit Anforderungen des Lebens finden. Beachten Sie, dass
Sie sich auch in der Auseinandersetzung mit Belastungen und Konflikten
weiterentwickeln können.
9.
Pflegen Sie
auch im Alter Kontakte!
Beschränken Sie
sich nicht alleine auf die Familie, sondern denken Sie auch an Nachbarn, Freunde
und Bekannte. Bedenken Sie, dass auch der Kontakt mit jüngeren Menschen
Möglichkeiten zu gegenseitiger Anregung und Bereicherung bietet.
10.
Geben Sie
der Zärtlichkeit eine Chance!
Eine Partnerschaft,
in der beide Partner Zärtlichkeit, körperliche Nähe und Sexualität genießen,
trägt zur Zufriedenheit und zu körperlichem Wohlbefinden bei. Lassen Sie sich
nicht durch jene Menschen verunsichern, die meinen, dass Alter und Zärtlichkeit
oder Alter und Sexualität nicht zusammenpassen. Diese Menschen haben unrecht.
11.
Trauen Sie
Ihrem Körper etwas zu!
Bewegen Sie sich
ausreichend und treiben Sie Sport, ohne sich zu überfordern. Sie erhalten damit
Ihre körperliche Leistungsfähigkeit. Sie tragen dazu bei, dass Ihr Stütz- und
Bewegungssystem elastisch und kräftig bleibt und dass Sie die Aufgaben des
Alltags leichter bewältigen können. Sie spüren Ihren Körper auf angenehme Art
und Weise. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Art des körperlichen
Trainings für Sie die richtige ist. Suchen Sie sich eine Sportgruppe, denn
gemeinsam macht es nochmals soviel Spaß!
12.
Gesundheit
ist keine Frage des Alters!
Fragen Sie sich
deshalb immer wieder, was Sie tun können, um im Alter Ihre Gesundheit,
Selbständigkeit und Selbstverantwortung zu erhalten. Beachten Sie: Allein des
Alters wegen büßen wir nicht die Gesundheit sowie die Fähigkeit zur
selbständigen und selbstverantwortlichen Lebensführung ein.
13.
Nehmen Sie
Krankheiten nicht einfach hin!
Wenn Erkrankungen
auftreten, so wenden Sie sich an Ihren Arzt. Eine frühzeitige Diagnose bedeutet
eine erfolgreichere Therapie. Auch im Falle einer chronischen Erkrankung ist der
regelmäßige Besuch der ärztlichen Sprechstunde notwendig. Beachten Sie, dass
Ihnen auch bei Einbußen des Seh- und Hörvermögens geholfen werden kann. Nehmen
Sie diese nicht einfach hin. Sprechen Sie vielmehr mit Ihrem Arzt über die
Möglichkeiten an Hilfsmitteln und nutzen Sie diese, wenn sie verordnet werden.
Wenn Sie durch Erkrankungen in Ihrer Selbständigkeit beeinträchtigt sind,
erweist sich eine Rehabilitation oft als sinnvoll und notwendig. Sprechen Sie
mit Ihrem Arzt über die möglichen Rehabilitationsaussichten in Ihrem speziellen
Fall. Bedenken Sie, dass die Rehabilitation besonders dann erfolgreich sein
wird, wenn Sie selbst alles tun, um Ihre Selbständigkeit wiederzuerlangen.
14.
Suchen Sie
nach guter Hilfe und Pflege!
Wenn Sie
hilfsbedürftig oder pflegebedürftig geworden sind, so suchen Sie nach
Möglichkeiten einer guten Hilfe und Pflege. Achten Sie darauf, dass Ihnen durch
die Hilfe oder Pflege nicht Selbständigkeit und Selbstverantwortung genommen,
sondern dass diese erhalten und gefördert werden. Falls Sie von Ihren
Angehörigen betreut werden, so achten Sie mit darauf, dass diese nicht
überfordert werden und ausreichend Unterstützung erhalten.
15.
Haben Sie
Mut zur Selbständigkeit!
In belastenden
Situationen sollten Sie sich fragen, wie Sie mit dieser Belastung am Besten
fertig werden, was Ihnen gut tun könnte, mit welchen Menschen Sie zusammen sein
möchten, wie Ihnen diese helfen können und wann Ihnen die Hilfe anderer zu viel
ist. Wenn Sie Hilfe benötigen, so trauen Sie sich, um diese Hilfe zu bitten.
Haben Sie aber auch den Mut, Hilfe abzulehnen, wenn Sie sich durch diese in
Ihrer Selbständigkeit beeinträchtigt sehen.
Anlässlich des
Weltgesundheitstages im Jahr 1999 entwickelte Prof. Dr. Andreas Kruse,
Altersforscher an der Universität Heidelberg, 15 Regeln für das gesunde
älterwerden, die im Jahr 2004 von der Arbeitsgruppe "Gesund Altern"
des Deutschen Forums Prävention und Gesundheitsförderung aktualisiert wurden.
Der zentrale Gedanke dieser Ideen für den Alltag jenseits der 50 lautet, dass
die Gesundheit im Alter vom Gesundheitsverhalten während des gesamten Lebens
beeinflusst wird. Deshalb ist es von Vorteil, seinen Lebensstil schon frühzeitig
auf Fitness und Gesundheit einzustellen. Da es nie zu spät ist, etwas Gutes für
sich zu tun, richten sich die Regeln des gesunden Älterwerdens an Menschen aller
Altersgruppen.
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